Peer-to-Peer Lehrlingstreff
Wien, 2. März 2026 – In der Anlaufstelle von Streetwork Liesing fand ein besonderes Format der Berufsberatung statt: der Peer-to-Peer Lehrlingstreff. Das Ziel dieses Angebotes war, Jugendliche auf niederschwellige Weise authentische Einblicke in die Berufswelt zu geben und das Interesse an einer Lehrstelle zu wecken.
Um Jugendliche direkt in ihrer Lebenswelt abzuholen, entschied sich das Team von Streetwork Liesing für ein Peer-to-Peer Angebot. Dabei berichten Jugendliche, die bereits Erfahrungen in ihrem Lehrberuf sammeln konnten, anderen Jugendlichen davon, die noch vor dieser Entscheidung stehen. Die Methode wurde gewählt, da Peers sich besonders nahe an der Realität der Jugendlichen befinden und Unterstützung auf Augenhöhe bieten können.
Im Zentrum des Treffens waren vier Lehrlinge – eine junge Frau und drei junge Männer– die bereits mitten in beziehungsweise am Ende ihrer Ausbildung stehen. In der Streetwork-Anlaufstelle präsentierten sie ihre Berufe und gaben den interessierten Zuhörer:innen einen vielschichtigen Einblick in ihren Arbeitsalltag. Die vorgestellten Berufsfelder deckten ein breites Spektrum ab: Friseurin/ Visagist:in, KFZ-Mechaniker:in, Drogist:in, Bauhandwerker:in. Die vier Präsentierenden stellten ihre Lehrberufe mit allen Höhen, aber auch Schwierigkeiten vor, bevor es Raum für individuelle Fragen gab. Diese ungeschminkte Darstellung von handwerklichen Herausforderungen bis hin zu Fachwissen schuf eine authentische Vertrauensbasis.
Nicht nur die Zuhörer:innen profitierten von dem Treffen, sondern auch die Lehrlinge selbst, die die Gelegenheit nutzten, um sich untereinander über Gehaltsunterschiede oder weiterführende berufliche Perspektiven auszutauschen.
Ein zentrales Thema war die Bedeutung einer geregelten Tätigkeit, um Struktur im Alltag zu haben und Lücken im Lebenslauf zu vermeiden. Gleichzeitig gaben die Lehrlinge den wichtigen Rat mit auf den Weg, dass eine spätere berufliche Umorientierung absolut in Ordnung ist. Dennoch sei es förderlich, sich vorab zu überlegen, ob man dauerhaft in der (körperlichen) Lage ist, dem gewählten Beruf nachzugehen.
Insgesamt nahmen 15 Jugendliche an dem Treffen teil. Die rege Beteiligung und die anschließende Diskussion zeigten deutlich, dass dieses niederschwellige Format genau den richtigen Nerv getroffen hat, um Hemmschwellen abzubauen und echte Perspektiven aufzuzeigen.