Sommerreise nach Kroatien!

Sommer 09 in Wien: Wie jedes Jahr gibt’s viele Baustellen, die ganze Stadt ächzt unter der Hitze und doch gibt’s immer wieder Gewitter und ganze verregnete Tage. Da sehnt man sich nach der trockenen Hitze des Südens, nach dem kühlen Nass des Mittelmeeres, da will man das Grau der Stadt gegen die vielen Blautöne des mediterranen Raums austauschen.

Viele der von Streetwork Wieden betreuten Jugendlichen waren jedoch noch nie am Meer. Für viele ist es eine große Überwindung ohne Eltern die Wiener Stadtgrenze zu überqueren. Bei manchen ist auch ihr unsicher Aufenthaltsstatus hier in Österreich der sie daran hindert das Ausland zu besuchen. Deshalb waren wir einigermaßen erstaunt, dass das Thema Sommerreise doch immer so präsent war und die Resonanz auf ein dementsprechendes Angebot für eine Camping Woche in auf der Insel Rab (Kroatien) dann doch so groß war.
Also wurde der vereinseigene VW-Bus bis obenhin vollgepackt und so ging es am 24. Juli 2009 gegen 9 Uhr morgens endlich los Richtung Kroatien. Elf Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren, ein einjähriges Mädchen und MitarbeiterInnen begaben sich auf die große Reise. Gefahren wurde in der Kolonne (inklusive zwei Privat PKWs), trotz der großen Hitze und der weiten Strecke wurden die rund acht Stunden Fahrzeit bei guter Stimmung und voller Vorfreude bewältigt. Und da war es endlich das tiefblaue Meer, das man am Rand des Kroatischen Hochplateaus unten an der Steilküste zu sehen bekommt. Ein paar Kilometer noch auf der kurvenreichen Küstenstraße und schon waren wir auf der Autofähre auf der wir uns endlich auch wieder unsre Füße vertreten konnten. Auch die Überfahrt war ein Erlebnis und wir genossen die frische Brise an Deck des Schiffes. Auf der Insel Rab angekommen galt es noch die letzten Kilometer hin zum Norden der Insel auf die Halbinsel Lopar zu bewältigen.

Schon bei der Anfahrt war die gute Lage des Campingplatzes direkt am Strand und seine schönen schattenspendenden Bäume zu sehen und nach dem Einchecken wurde glücklicherweise (der Campigplatz war fast zur Gänze ausgebucht) auch ein guter Zeltplatz gefunden auf dem alle sieben Zelte und die Autos Platz fanden. Nach den Reisestrapazen zog es uns schon stark ans kühle Nass, doch vorher mussten noch die Zelte aufgestellt werden. Alle halfen mit und so war das “Einrichten” des Lagers ruck zuck erledigt. Jetzt aber: gemeinsam stürmten wir den Strand, sechs der Jugendlichen gingen zum allerersten Mal in ihrem Leben ins Meer und waren über den Geschmack des Salzwassers sehr verwundert! Welch Abkühlung nach einer so langen Reise! Erholt und abgekühlt warteten aber schon die nächsten Aufgaben auf uns: Was wird gegessen? Wie sollen wir das auf den mitgebrachten Kochplatten bzw. dem Gasgriller zubereiten? Wieviel Besteck brauchen wir dafür? Und vor allem: Wer wäscht danach wieder ab? Solche Fragen beschäftigten uns die ganze Woche lang. Für unsere Jugendlichen war es ein Lernprozess, diese Aufgaben zusammen so zu meistern, dass alle satt und zufrieden waren. Aufgaben wie der Abwasch, der Einkauf, das Zubereiten der Speisen und das Grillen am Gasgriller wurden untereinander aufgeteilt, was natürlich erst ausgehandelt werden musste. Mit Unterstützung der StreetworkerInnen klappte dies im Laufe der Woche auch immer besser und jeder trug seinen Teil zum Allgemeinwohl bei. Das mitgereiste junge Paar samt einjähriger Tochter half ebenso mit und bewältigte noch dazu, auch in dieser ungewöhnlichen Umgebung, mit Bravour ihre elterlichen Pflichten.

Die Tage wurden meistens mit verschiedenen Freizeitaktivitäten auf dem großzügig angelegten Campingplatz verbracht. Wir genossen den Sandstrand, besuchten des öfteren auch bei größter Hitze den Fußballplatz (Kunstrasen und Tore!). Für gute Gespräche oder die ein oder andere stille Boccia-Partie war stets genug Zeit, demzufolge intensivierte sich die Beziehung zu den Jugendlichen im Laufe der Woche stark. Abends tauchten wir ins Nachtleben von Lopar ein, wo durchaus einiges los war und so manches Billard- und Tischfußballmatch absolviert wurde. Ein Highlight für die jüngeren Burschen war natürlich auch das Trampolin.
Doch auch die Insel ausserhalb des Campingplatzes wurde erkundet und wir starteten an drei Tagen zu anderen Stränden, die nur durch längere Fußmärsche erreichbar sind. So entdeckten wir die typische Vegetation auf der verkarsteten Insel und schwitzten bei einem Fußmarsch über Stock und Stein nicht wenig. Belohnt wurden wir mit wunderschönen Panoramablicken und kristallblauen Buchten. Dort wurde gesonnt, getaucht, geschnorchelt, gefischt und geplanscht und Muscheln und sowie Seesterne wurden stolz den Mitreisenden präsentiert.

Ein weiterer Inseltrip führte uns am letzten Abend auch noch in die wunderschöne Altstadt von Rab. Hier wurden einige Souvenirs für die Familien gekauft, die beste Pizza der Stadt verzehrt und einige Jugendliche gaben sich auch noch den Kulturschock und sahen sogar das Kloster und den Dom der schon in vorchristlicher Zeit gegründeten Altstadt.
Am Donnerstag den 30. Juli 2009 ging es dann schon morgens ans Packen und nachdem wir schon um 10 Uhr vormittags per Fähre das Festland erreichten, hieß es wieder Abschied nehmen vom Meer und der schönen Insel Rab. Auf der Fahrt wurde einmal von unsren müden Kriegern ausgiebig Schlaf nachgeholt, und so kamen wir um 19 Uhr sicher wieder in Wieden an. Es war eine tolle Reise bei bestem Wetter und durchwegs guter Stimmung - kurz: ein wirkliches Erlebnis!

 

 

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