… oder WÜRDEN WIR NEIN SAGEN? VI im Alois-Drasche-Park
In einer Kooperation von Streetwork Wieden und dem Kunstverein kanonmedia sind die StreetworkerInnen und die KulturarbeiterInnen (des Kunstvereins kanonmedia) am 27. April 2010 in den Alois-Drasche-Park gegangen, um ein Signal gegen Alltagsrassismus zu setzen. Die Wandertournee gegen Alltagsrassismus ECHTE GEH’N NICHT UNTER oder WÜRDEN WIR NEIN SAGEN? VI, tourte im April durch die Bezirke Leopoldstadt, Landstraße, Wieden, Favoriten, Simmering, Meidling, Ottakring, Brigittenau und Donaustadt.

Im Alois-Drasche-Park in Wieden wurden an 300 Personen ca. 1000 „merkwürdige“ „Postkarten“ verteilt, und so konnten Gespräche über die Bedeutung geschichtlicher Spuren aus der NS-Zeit und ihre Auswirkungen auf heutig „Ausländer“feindlichkeit geführt werden.
Die Karten dokumentieren die Situation arbeitsloser Menschen in den 30-er Jahren, NS-Propaganda zum Begriff Arbeit und die Begeisterung all zu hoher Anteile einer Wiener Bevölkerung für den „Anschluß“. Zeitgenössische Motive wie etwa Polemiken von BloggerInnen auf so manchen Foren österreichischer Tageszeitungen werden dem gegenübergestellt. Ist es dieselbe „Fremden“feindlichkeit, mit der wir schon zu NS-Zeiten zu tun hatten?
Dank der Zusammenarbeit mit dem Team von Streetwork Wieden konnten im Alois-Drasche-Park rund 70 Jugendliche erreicht werden, und die gemeinsamen Gespräche haben gezeigt, dass Vieles aus der damaligen Zeit den Jugendlichen nicht bewusst ist. Es war sehr schön, zu sehen, wie erfolgreich „mobiler Geschichtsunterricht“ im öffentlichen Raum funktionieren kann und wie wichtig es dabei ist, Bezüge zu heute herzustellen.