“Cash for Culture” - Projekt Film: “Eine Zugfahrt”
Beginn: Juni 2008
Umsetzung: Juli-Ende August
1 Bursch, 19 Jahre aus Hietzing
Kurzbeschreibung: „Worte, Worte, zu viel Worte. Dass was jedoch dahinter steht, ist meistens etwas anderes. Der Film „EINE ZUGFAHRT“ beschäftigt sich mit der zwischenmenschlichen Stille. Zwei Frauen begegnen sich in einem Zugabteil. Sie interessieren sich für einander. Trotzdem werden sie die gesamte Fahrt hindurch nicht miteinander sprechen. Nur Gesten und Blicke verraten etwas von dem, was zwischen ihnen ist. Filme werden zur Unterhaltung und Ablenkung gemacht. Dies hier ist unter anderem ein Versuch, durch pausenlose Stille den Zuschauer wieder an sich selbst zu erinnern. Während wir einerseits die beiden Frauen beobachten, sehen wir uns selbst zu. Ich selber fürchte mich vor der Stille. Sie aber könnte die wichtigste Sprache des Filmes sein. Für die Worte haben wir Bücher- für die Stille können wir die Bilder gebrauchen. Die beiden Frauen werden nicht miteinander sprechen. Sie werden kein Wort sagen, obwohl beide spüren, dass sie gegenseitiges Vertrauen wahrnehmen. Draußen im Gang vor den Abteilen spielen Kinder. Sie haben keine Angst vor Kontakt. Das, was sie können, haben die beiden Frauen schon verloren. Die einfache Geschichte spielt nur in einem Abteil und dem Gang davor. Auf 16mm werden Bilder festgehalten, die eine eigene stille Wirkung haben werden. Gedreht wird dieser Kurzfilm in einem Zug aus dem Eisenbahnmuseum in Gänserndorf“. (Zitat Jugendlicher)
Bezug zu Medien und Gesellschaft/MA 13 Jahresschwerpunkt:
Es handelt sich hier um den Gegenentwurf eines Jugendlichen zur sogenannten “Spaß - Gesellschaft” (was ja vor allem Jugendlichen unterstellt wird): Reizüberflutung im öffentlichen Raum, Reizüberflutung durch Information, Lärm versus Stille; bewusstes Wahrnehmen dieser Stille; Anregung der Phantasie dadurch, dass keine Geschichte erzählt wird; geschlechtsspezifische Wahrnehmung der Bilder (wie reagieren Frauen bzw. Männer auf bestimmte Bilder?), Schärfung der Beobachtung, Thematisieren von Vereinsamung und Isolierung in der Gesellschaft. Wie kann ich Kontakt herstellen? Anonymität in der Gesellschaft. Der Film ist hier nicht ein Medium des Konsums, der nur zur Ablenkung dient, sondern wird genutzt zur Kritik und/oder Bewusstmachung bestimmter Vorgänge und Mechanismen in unserer Gesellschaft.
Dieses Projekt wurde ebenfalls erfolgreich abgeschlossen und am 19.02.2009 einem größeren Publikum in der Brunnenpassage am Yppenplatz, 1160 Wien vom jungen Künstler selbst vorgestellt.

