Gay ist Okey!

Akzeptanz statt Toleranz ist das Motto der Sexualberatungsstelle Courage in Wien. Wir wollten uns gemeinsam mit den Jugendlichen intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzen und haben Herrn Mag. Thomas Fröhlich, Mediator und Sozialarbeiter bei Courage, zu uns in den Jugendtreff Steinbauerpark eingeladen, um mit uns einen Akzeptanz-Workshop zu gestalten.

Einladender kann ein Workshop kaum starten: Kondome auf dem Tisch, aufgeblasene Luftballons, Plakate mit hetero- und homosexuellen Paaren und dann noch Homophobex Tabletten? Was soll das denn sein?… Und somit war die Aufmerksamkeit des ganzen Containers auf Thomas gelenkt. Eine Frage nach der anderen wurde in den Raum gerufen. „Wieso braucht man Kondome? Bist du schwul? Wie wird man schwul? Was ist Homophobie?“ Thomas war offen für jede individuelle Frage und hat versucht, diese den Jugendlichen zu beantworten und die Augen und Ansichten auf (Homo-)Sexualität und Diversität weiter zu öffnen.

Weshalb die Luftballons? Was geschieht, wenn Luftballons der Hitze ausgesetzt werden? Sie platzen. Was geschieht, wenn an Luftballons zu viel Druck ausgeübt wird? Sie platzen. Was geschieht, wenn Luftballons mit spitzen Gegenständen in Berührung kommen? Sie platzen natürlich. Dieses Material verhält sich ähnlich zu jenem der Kondome, somit sind diese empfindlich und mit Vorsicht aufzubewahren.

Was hat es nun mit den Homophobex Tabletten auf sich? Dieses (Traubenzucker-) Präparat enthält 10mg Akzeptanz, 10mg Respekt und 10 mg Gleichwertigkeit – und soll bei regelmäßiger Einnahme zum Abbau der eigenen Vorurteile beitragen.

Im Umfeld der Jugendlichen werden häufig homophobe Ansichten vertreten, denen sich der Jugendtreff Steinbauerpark klar entgegenstellt. Der Nachmittag mit Thomas sollte den Jugendlichen die Gelegenheit geben, sich mit der Thematik vertraut zu machen, neue Zugänge kennen zu lernen und so individuelle Ängste abzubauen. Durch das Kennenlernen des Unbekannten kann gegenseitiger Respekt entstehen und Aggression und Hass abgebaut werden.

Mit dem Workshop wurde der Raum für Gespräche und gleichzeitig eine Auseinandersetzung im offenen Betrieb weiter geöffnet und ein klares Zeichen für Toleranz und Akzeptanz gesetzt.