Fußball und kochen mit Streetwork Liesing

Seit praktisch eh und je haftet dem runden Leder der Mythos an, Menschen näher zusammenzubringen. Gleichzeitig erscheint der Fußballplatz aber auch als Ort nationalistischer Raumaneignung, als Ort an dem hegemoniale Männlichkeitsbilder gedeihen können und rassistische und antisemitische Gesinnungen als legitime Unmutsäußerung verstanden werden. Ein Spannungsfeld, das einem gordischen Knoten zu gleichen scheint.
Das Team von Streetwork Liesing machte es sich zur Aufgabe, ein geschlechtsspezifisches Angebot für Burschen und junge Männer zu setzen und möglicherweise auch den ein oder anderen Knoten zu entwirren.

Wenngleich der Spaß an der sportlichen Betätigung und der damit einhergehende Beziehungsaufbau im Vordergrund standen, bot die Aktion die Möglichkeit, eine tiefergreifende Auseinandersetzung zu den Themen Rassismus und Diskriminierung mit den 13 teilnehmenden Jugendlichen zu führen.

Mit dem Kochen verhält es sich bekanntermaßen ähnlich wie mit dem Fußball. Redewendungen wie „Liebe geht durch den Magen“ stehen exemplarisch für die verbindenden Elemente, die dem gemeinsamen Kochen zumeist zugeschrieben werden. Bloß dass die Küche konträr zum Fußballplatz nicht als Männerdomäne verstanden wird.
Insofern ist es umso erfreulicher, dass sich einige der Burschen und jungen Männer im Anschluss an das Fußballspielen dazu motivieren ließen, sich gemeinsam mit den betreuenden Streetworkern in die Küche zu stellen und auch die praktische und inhaltliche Auseinandersetzung mit tradierten Männlichkeitsbildern und ihnen weniger bekannten Ernährungsformen nicht scheuten.