„Dialog Im Dunkeln“ – Unsere Welt durch andere Augen sehen

Im Vorfeld des Besuches wurde mit der Gruppe teilnehmender Mädchen  eine Vorbesprechung abgehalten, in der die wichtigsten Regeln für ein respektvolles Miteinander, sowie die Verhaltensweisen im öffentlichen Raum, besprochen wurden. Die vier Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren waren auf der Hinfahrt sichtlich nervös und ihre Unsicherheit äußerte sich in lautem Verhalten und vielen Fragen an die Betreuerin. Bei der Ausstellung angekommen wurden mit dem weiblichen, blinden Guide nochmals alle Informationen (Handhabung eines Blindenstockes, Verhaltensregeln während des Besuchs der Ausstellung) für das Erlebnis im Dunkeln besprochen. In der Ausstellung wurden die Mädchen in kompletter Dunkelheit durch unterschiedliche Räume geführt, die alltägliche Situationen nachstellten.
IMG-20170228-WA0004IMG-20170228-WA0001
Neben einem Waldspaziergang, erlebte man auch eine Bootsfahrt, einen Einkauf in einem Shoppingladen und den Besuch in einer Bar. Die Mädchen hatten vor allem zu Beginn der Ausstellung noch etwas Angst, jedoch gewöhnten sie sich sehr schnell an die neue Situation und begannen mit all den anderen Sinnen die Ausstellung zu erleben. Vor allem die Bootsfahrt, bei der man über einen kleinen Steg ein Motorboot betrat und dann eine kurze Fahrt erlebte – das Boot bewegte sich und man spürte eine leichte Brise – faszinierte die Mädchen sehr. Der letzte Raum  simulierte den Besuch in einer Bar und man konnte beim Guide Getränke bestellen.
IMG-20170228-WA0018IMG-20170228-WA0007
Die Mädchen waren fasziniert davon, wie der Guide ohne zu sehen, die richtigen Getränke aus den Schränken holen konnte und das Wechselgeld herausgeben konnte. Zu Ende stellten die Mädchen noch sehr viele Fragen, unter anderem wie es ist blind zu sein und ob die anderen Sinne durch das Nicht Sehen stärker geschärft werden. Auf der Heimfahrt wurde der Ausflug nachbesprochen und die Mädchen machten in der Reflexion deutlich, dass sie nun einen ganz anderen Blick auf Menschen mit einer Sehbehinderung haben und es sehr toll finden wie selbstständig diese ihr Leben meistern. Auch in den darauffolgenden Diensten war das Thema noch sehr präsent und es wurde viel über das Erlebte gesprochen. Wir hoffen, dass die teilnehmenden Jugendlichen nach diesem Besuch offener und vorurteilsfrei auf Menschen mit Behinderungen zugehen können und so einen wesentlichen Beitrag zu einem respektvollen Miteinander und gelebter Inklusion leisten.