Burschen*abende bei Streetwork Wieden

Im Februar und März 2019 gestaltete das Team von Streetwork Wieden ein genderspezifisches Projekt. An sechs Terminen wurde mit den Jugendlichen sowohl in der Anlaufstelle von Streetwork Wieden als auch im Rahmen von Ausflügen, etwa in die Therme oder in die Trampolinhalle, im geschlechtshomogenen Setting gearbeitet.

Im Fokus der Burschen*abende standen unter anderem die Themen Männlichkeit, Beziehung sowie Identität. Die Auseinandersetzung erfolgte durch verschiedene Methoden, die es den Jugendlichen ermöglichen sollten, leichter einen Zugang zu diesen Themen zu finden. Der Themenschwerpunkt Männlichkeit wurde durch das Hinterfragen typischer Männlichkeit  und das Aufzeigen alternativer Männlichkeitsbilder besprochen. Konkret ging es darum, Eigenschaft „typischer Männer“ mit den Eigenschaften, die einen guten Freund ausmachen zu vergleichen.

Im Themenschwerpunkt Beziehung wurde mithilfe einer 18-stufigen Geschichte hinterfragt, wie man sich in einer Beziehung verhält. Es handelt sich um eine Beziehungsgeschichte, die von Stufe zu Stufe gewaltvoller wird. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit bei jeder Stufe auszusteigen. Ziel war es aufzuzeigen, in welche Richtung gewaltvolle Beziehungen gehen können.

Am letzten Burschen*abend wurde über die Identität der Jugendlichen gesprochen. Die Burschen sollten sich über ihre eigene Identität Gedanken machen und überlegen, was es heißt „Ausländer“ oder Österreicher zu sein. Die Jugendlichen berichteten von vielen diskriminierenden Situationen und erklärten, dass sie sich häufig nicht zur Gänze in der Gesellschaft willkommen fühlen.

Den Mitarbeitern war es wichtig den Burschen* ein geschütztes Setting zu bieten, in dem sie offen über ihre Vorstellungen und Meinungen sprechen konnten, ohne klassischen Rollenbildern entsprechen zu müssen.

Ziel des Projekts war es Raum für eine Auseinandersetzung mit den genannten Themenfeldern aus geschlechtsspezifischer Sicht zu schaffen, alternative Männlichkeitsbilder und Sichtweisen aufzuzeigen sowie das Reflexionsvermögen der Burschen* bezüglich der eigenen Geschlechterrolle zu fördern.

Im Verlauf des Projekts zeigte sich, dass die Methode des geschlechtshomogenen Settings gut angenommen wurde und der Grundstein für eine stabile Vertrauensbasis gelegt werden konnte. So kann auch langfristig intensiver mit den Burschen* an persönlichen Herausforderungen gearbeitet werden.