Sommerprojekt 2019 – Ab in den Tobelgraben!

Unser diesjähriges Projekt-Highlight fand vom 15. bis 19. Juli statt: Gemeinsam mit einer Gruppe von sechs Jugendlichen fuhren wir raus in die Natur, ins wunderschöne Seeham in Salzburg, und verbrachten vier Tage und Nächte zusammen in einer Hütte im Wald, am Ausläufer des Tobelgrabens.

Nachdem sich unser Credo „Mach es zu ihrem Projekt“ schon beim Winterprojekt im Januar bewährt hatte, war das Vorgehen diesmal ähnlich: Bereits im März dieses Jahres begann die Planung, diese wurde partizipativ unter Einbezug aller Teilnehmer*innen gestaltet. Diesmal gingen wir noch einen Schritt weiter und überließen den Jugendlichen die Planung des Menüs, der Tagesprogrammpunkte, der Aufgabenverteilung und -durchführung, immer mit Unterstützung und Rat von Seiten der Kolleg*innen.

Egal ob es ums Kochen, Abwaschen, Aufräumen oder Feuermachen ging – wir achteten stets auf die gleichmäßige und geschlechtsunabhängige Einbindung aller bei allen Aufgaben und standen den Kids mit Rat und Tat zur Seite: So waren der erste in den Reisig geschlagene Funken, der erste gespaltene Scheit Holz, die erste echte Carbonara und die allabendlichen angeleiteten Reflexionsrunden am Lagerfeuer für die Jugendlichen eindrückliche und wertvolle Erfahrungen.

Neben einem Ausflug in die Stadt Salzburg, einer schwindelerregenden Durchquerung des
Hochseilparks Seeham, dem Holzspalten und Feuermachen und dem gemeinsamen Chillen am See führten wir mit den Jugendlichen eine Reihe von outdoorpädagogischen Gruppenübungen durch.

Gemeinsam bewältigten wir den „Vertrauensfall“, „Steif wie ein Brett“ und den „Mohawkpfad“. Beim letzteren bekamen die Jugendlichen den Auftrag, einen von uns vorbereiteten Seilparcours durch die Bäume zu bewältigen, gemeinsam und mit gegenseitiger Unterstützung, denn ein Fehler bedeutete den Neuanfang für die gesamte Gruppe.

In der Nacht des letzten Abends begaben wir uns, mit Fackeln ausgestattet, gemeinsam in den Wald und suchten uns – jeder und jede für sich – ein stilles Plätzchen. Wir hörten auf die Geräusche des Waldes und das Rauschen des Wassers und nahmen den Wald mit ganz anderen – weil teilweise eingeschränkten – Sinnen wahr.

Die Beobachtung und Reflexion gruppendynamischer Prozesse stand für uns das ganze Projekt über im Vordergrund. Die Gruppe war zu Projektbeginn keine eingeschweißte Clique, kannte sich vornehmlich durch die Teilnahme an unseren Angeboten. Vor allem die Bearbeitung und Reflexion entstandener Konflikte wurde durch unser Einwirken und die allabendlichen Feuerkreise gegen Ende leichter.